„BioUltras on tour – Episode 1: BayLab-Schülerlabor“

Die erste Exkursion des Biologie Leistungskurses Q1 (Bec) - auch die „BioUltras“ genannt - fand am 29.09.2016 statt und begann schon mit einer abenteuerlichen Anfahrt: Wir trafen uns alle mehr oder weniger wach um halb acht am Steeler S-Bahnhof und fuhren von dort Richtung Velbert. Dies war eine gute Gelegenheit nochmal 20 Minuten zu schlafen oder auch nicht, weil man in interessante (Fach-)Gespräche verwickelt wurde. In Velbert Rosenhügel angekommen fuhren wir mit dem Bus weiter und stiegen kurze Zeit später an einer provisorisch gebauten Haltestelle - bedingt durch eine große Baustelle aus. Diese  Baustelle erwies sich dann auch noch als Hürde beim Queren der Kreuzung. Nachdem diese genommen war und wir auch noch die richtige Bushaltestelle gefunden hatten, entschieden wir uns dann aber doch kollektiv zu laufen („BioUltras sind nicht faul!“, T. Becker). Lockere 20 Minuten liefen wir durch schöne Wohnsiedlungen und nach einer längeren Strecke entlang einer malerischen  Landstraße waren wir dann endlich - uns sogar pünktlich - am Ziel: Dem Pharmaforschungszentrum der Bayer AG in Wuppertal. Am großen Eingangs-Tor erwarteten uns schon die Herren vom Werksschutz sowie eine Labormitarbeiterin, um uns freundlich in Empfang zu nehmen.

Das Forschungszentrum in Wuppertal ist auch zugleich ein großer Ausbildungsstandort. So stellte sich uns die Labormitarbeiterin auch zugleich selbst als Auszubildenden vor. Zu ihren Aufgaben gehörte an diesem Tag die Begleitung unserer Gruppe und als erstes führte sie uns zum richtigen Gebäude, welches die Labore und einen Seminarraum für uns beheimatete. Dort trafen wir dann auf die Leiterin der heutigen Exkursion Frau Dr. N.-H., die uns ebenso herzlich empfing und von da an für den reibungslosen und professionellen Ablauf unseres Tages im „BayLab-Schülerlabor“ sorgte. Zu allererst wurden uns die wesentlichen Sicherheitsbedingungen mitgeteilt; zudem nahmen wir jeweils unsere Kittel und Schutzbrillen entgegen. Außerdem bekam Jeder ein Heft mit Versuchsanweisungen und auszufüllenden Arbeitsblättern. Um 09:30 Uhr traten die BioUltras in das Labor ein. Dort wurden uns der Umgang mit den Arbeitsgeräten erklärt. Dies gelang den BioUltras einfach und schnell. Von den vorhandenen Mitteln und Geräten, wie den praktischen Kolbenhubpipetten (kleinste Volumenmengen bis zu 0,5μL können damit aufgenommen werden!) waren wir sofort überzeugt – damit kann man arbeiten! Insgesamt befasste sich der Tag mit Versuchen zu sogenannten „Gen-Scheren“ (z.B. den Restriktionsenzymen Bam HI und Hind III anhand des λ-Phagen – wir ersparen den Lesern hier weitere Details …   :-)

Um 10:00 Uhr begannen die eigentlichen Laborarbeiten. Die erste Aufgabe war es die DNA einer Zwiebel und aus einem Coli-Bakterium zu isolieren. Da die Isolierung aus der Zwiebel schon im Unterricht durchgeführt worden war, fiel es uns sehr leicht. Dank des nun wirklich eiskalten Ethanols funktionierte die Ausfällung der DNA-Moleküle diesmal auch nahezu reibungslos. Nach Erfüllung der Aufgaben begann eine halbstündige Pause. Im Gesprächssaal bekamen wir Kaffee sowie Tee serviert. Danach ging es weiter mit den Vorbereitungen des zweiten großen Vorhabens – der Gelelektrophorese, die Thema im Unterricht sowie der tags zuvor geschriebenen Klausur war. Nach der filigranen Vorbereitung der Gel-Kammern und dem Anschluss der Elektroden (damit der Wettlauf der DNA-Proben inkl. „Genscheren“ starten konnte) ging es auch schon in die Mittagspause. Hierzu marschierten die BioUItras zur Kantine des Forschungszentrums. Dort zeigten sich erste Schwierigkeiten mit dem Kassenautomaten, der anfangs mehr Geldscheine fraß, als Pfand-Chipkarten auszuwerfen. Die Probleme wurden jedoch nach einer Weile unter gemeinsamer Anstrengung und der freundlichen Unterstützung des Personals einigermaßen schnell behoben.

Nach dem Essen ging es für die BioUltras zurück ins Labor. Dort untersuchten wir in unseren Gruppen die Ergebnisse der Gelelektrophorese, die die Resultate nach dem Schneiden von DNA-Proben mit verschiedenen sog. Restriktionsenzymen (= „Gen-Scheren“) zeigen sollten. Dabei kam es insgesamt zu guten Ergebnissen, die auch als Aufnahmen (dank des molekularen Markers cybr-Green) ausgedruckt und mit nach Hause genommen werden konnten. Unser LK-Lehrer war stolz auf uns! Siegerehrungen werden an dieser Stelle ausgespart, jedoch zeigten sich natürlich Qualitätsunterschiede bei der Reinheit der isolierten DNA (Versuch 1; nachgewiesen per Photometrie) oder der Deutlichkeit der Gel-Auftrennungen pro Team.

Der Ausflug gefiel den BioUltras gut, jedoch war die Situation in der Kantine sehr nervenaufreibend, aufgrund der Umstände mit dem Kassenautomaten. Trotz allem waren der Ausflug und die professionelle Anleitung durch alle Mitarbeiter vor Ort herzlich und zugleich interessant gestaltet. Auch waren die Arbeitsanweisungen klar und die Erklärungen der einzelnen Arbeitsgeräte verständlich. Auch war es sehr gut, dass die Mitarbeiterin sich mit den Fragen der BioUltras befasst und versucht haben diese so verständlich wie möglich zu beantworten und uns  während der Versuche bei Problemen geholfen haben. Dementsprechend verewigten wir uns auch mit einem würdigen Eintrag in das Gästebuch des BayLab, der vom gesamten Kurs unterzeichnet wurde. Zum Abschluss des Labortages ließen wir dann noch ein Gruppenfoto erstellen und bedankten uns bei allen Mitarbeitern.

Unser Rückweg entpuppte sich schließlich als mindestens genauso spannend, wie die Anreise am frühen Morgen. Wir fuhren erst einmal mit dem Bus – diesmal direkt ab dem Forschungsgelände. Allerdings waren wir uns nicht ganz darüber einig wo genau wir austeigen sollten, so dass ein Kursmitglied kurzerhand die Kommunikation mit dem Busfahrer aufnahm. Da das Ergebnis ("an son‘ner Mühle …") nicht zu präzise ausfiel, bemühten wir kollektiv unsere Medienkompetenz und es entbrannte ein Wettstreit um die beste und schnellste Online-Wegbeschreibung. In jedem Fall schafften wir es irgendwie an der richtigen Stelle auszusteigen, um zum HB-Wuppertal zu gelangen (inkl. eines kurzen Fußwegs… - „BioUltras sind gut zu Fuß!“, T. Becker). Was folgte war eine entspannte 45minütige S-Bahn-Fahrt, die teils schlafend oder snapchatend verbracht wurde – auf der wir uns aber wiederum besser kennen lernen konnten.

Nach diesem lehr- und erlebnisreichen Labor-Tag freuen wir uns auf die Fortsetzung der Reihe #bioUltras_onTOUR!   :-)

N.B., R.R. und J.H. (für die BioUltras)

„BioUltras on tour – Episode 1: BayLab-Schülerlabor“
„BioUltras on tour – Episode 1: BayLab-Schülerlabor“
„BioUltras on tour – Episode 1: BayLab-Schülerlabor“
„BioUltras on tour – Episode 1: BayLab-Schülerlabor“
„BioUltras on tour – Episode 1: BayLab-Schülerlabor“